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Mittwoch, 28. September 2016

Reise Reise

Der Tag an Bord eines Schiffes der Deutschen Marine beginnt wie überall mit dem Wecken, auch purren, das offiziell mit dem Locken eingeleitet wird, mit einem Pfeifsignal, das in der Regel fünf Minuten vor dem eigentlichen Aufstehen mit der Bootsmannsmaatenpfeife gegeben wird. Beim Locken handelt es sich um kurze, lockende Pfeiftöne. Das eigentliche Wecken beginnt hingegen mit einem langgezogen Pfiff und dem Ruf Reise reise, aufstehen, Überall zurrt Hängematten! das Reise reise hat seinen Ursprung im niederdeutschen rise rise, und auch im Englischen to rise hat es die gleiche Bedeutung.

Der Ruf wurde durch einen Nachspruch verlängert, von dem unzählige Varianten überliefert sind:[1]

  • Reise reise. Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, ist einer, der die Wache regelt!
  • Reise reise. Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, ist einer, der die Putzfrau vögelt!
  • Reise reise. Lüft an das Gattchen, senkt die Rohre, und denkt nicht mehr an Hannelore.
  • Reise reise. Ein jeder stößt den Nebenmann, der Letzte stößt sich selber an.
  • Reise reise. Seemann heb Dein Arschgewicht, Backbord voraus Laboe in Sicht.
  • Reise reise. Und kommt Laboe voraus in Sicht, der Seemann prüft sein Sackgewicht.
  • Reise reise. Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, ist einer der die Waschfrau kennt
  • Reise reise. Seemann, leg die Socken (Kondom) klar, die Waschfrau von Laboe ist da.
  • Reise reise. Seemann, leg Dein Hemdchen klar, die Waschfrau zeigt von achtern klar.
  • Reise reise. Kommt hoch ihr müden Leiber die Pier steht voller nackter Weiber! Reise reise aufstehen! Die Antwort der Crew: "Der hat uns schon wieder angelogen, die sind ja alle angezogen!"
  • Reise reise. Habt ihr nicht genug geschlafen?
  • Reise reise. Seemann wach auf, zurr Deine Hängematte und bring sie herauf, kommst Du nicht zur rechten Zeit, gibt's drei Stunden Strafarbeit!
  • Reise reise. Die Sonne lacht, die Welt ist rund, der Arsch vom vielen Liegen wund.
  • Reise reise. Schwing auf das Gatje, hoch das Bein, ein jeder will der Erste sein.
  • Reise reise. So nimmt das Leben seinen Lauf, Bootsmann, mach die Klappe auf.
  • Reise reise. Da liegt er nun in guter Ruh, Bootsmann, mach die Klappe zu.
  • Reise reise. Gestern noch in weichen Kissen, heute schon beim Segelhissen.
  • Reise reise. Quartier, du Seemannskind, wi hebben goot Wäder und sägeln vör de Wind. Acht Glasen sünd ut, de Wach is gedaan, Reise, Quartier, in Gottesnaam.
  • Reise reise. Wollen Sie nicht, oder können Sie nicht? Soll ich ihnen helfen?
  • Reise reise. Raus aus der Scheiße.


Interessant ist auch die Erweiterung von Hugo Hartung 

  • Schaffen, schuften, werden älter, träger, müder und auch kälter.
  • Bis auf einmal man erkennt, dass das Leben geht zu End´.
  • Viel zu spät begreifen viele, die versäumten Lebensziele: Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
  • Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist's! Reise, reise!

Donnerstag, 5. März 2015

Eine Seefahrt die ist Lustig....

Im Deutschen Liedergut giebt es ein Lied das geht so:


1.
Eine Seefahrt die ist lustig
Eine Seefahrt, die ist schön
Denn da kann man fremde Länder
Und noch manches andre sehn.
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
6.
Und man hat sich dann gewaschen
Und man denkt, nun bist du rein;
Kommt so'n Bootsmannsmaat der Wache:
"Wasch dich noch einmal du Schwein!"
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
11.
Und der Koch in der Kombüse,
Diese vollgefressene Sau,
Mit de Beene ins Gemüse,
Mit de Arme im Kakau.
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
2.
Unser Kapitän, der Dicke,
Kaum drei Käse ist er groß,
auf der Brücke eine Schnauze,
Wie'ne Ankerklüse groß.
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
7.
In des Bunkers tiefsten Gründen,
Zwischen Kohlen ganz versteckt,
Pennt der allerfaulste Stoker,
Bis der Obermaat ihn weckt.
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
12.
Und der Koch in der Kombüse,
Diese zentnerschwere Sau,
Kocht uns alle Tage Pampe,
Uschi, Uschi mit Wauwau.
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
3.
In der Rechten einen Whiskey,
In der Linken einen Köm,
Und die spiegelblanke Glatze,
Das ist unser Kapitän.
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
8.
"Komm mal rauf, mein Herzensjunge,
Komm mal rauf, du altes Schwein,
Nicht mal Kohlen kannst du trimmen
Und ein Heizer willst du sein?"
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
13.
Mit der Fleischbank schwer beladen
Schwankt der Seemann über Deck;
Doch das Fleisch ist voller Maden,
Läuft ihm schon von selber weg.
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
4.
In der einen Hand die Kanne,
In der andern Hand den Twist,
Und dazu die große Schnauze,
Fertig ist der Maschinist.
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
9.
Und er haut ihm vor'n Dassel,
Daß er in die Kohlen fällt
Und die heilgen zwölf Apostel
Für 'ne Räuberbande hält.
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
14.
Und die silberweißen Möwen,
Die erfüllen ihren Zweck
Und sie scheissen, scheissen, scheissen
Auf das frischgewaschne Deck.
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
5.
Und der erste Maschinist,
Ist Chinese, und kein Christ,
und der erste Offizier,
Der trägt Wäsche aus Papier.
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
10.
Und im Heizraum bei einer Hitze
Von fast über fünfzig Grad
Muß der Stoker feste schwitzen
Und im Luftschacht sitzt der Maat.
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho
15.
In der Heimat angekommen,
Fängt ein neues Leben an,
Eine Frau wird sich genommen,
Kinder bringt der Weihnachtsmann.
Hol-la-hi, hol-la-h
Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho

Die Realität sieht manchmal anders aus. Die Eindrücke die man in der Seefahrt bekommt, speziell wenn man Matrose (heute Siffsmechaniker) gelernt hat verlassen einen nicht mehr und prägen.
Selbst wenn es mal Knüppel Dicke kommt: